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Prinz Heinrich

Prinz Friedrich Heinrich Ludwig von Preußen

geboren am 18. Januar 1726 in Berlin, verstorben am 3. August 1802 in Rheinsberg

Prinz Heinrich 1737

Als 13. Kind des Königs Friedrich Wilhelms I. in Preußen und dessen Gattin Sophie Dorothea von Hannover geboren, war er bereits im Alter von 14 Jahren Oberst des 35. Infanterieregiments und nahm am österreichischen Erbfolgekrieg teil. Im Siebenjährigen Krieg war er ein anerkannter Feldherr und bereitete als preußischer Diplomat die erste der Teilungen Polens mit vor. Prinz Heinrich verbrachte viele Jahre seines Lebens im Schloss Rheinsberg, welches ihm Friedrich 1744 geschenkt hatte, verbrachte.

In Berlin wurde für ihn das Palais des Prinzen Heinrich, in dem heute die Humboldt-Universität Berlin untergebracht ist, errichtet. Seine militärische Ausbildung begann im September 1740 durch den Oberst von Stille. Mit diesem begleitete Prinz Heinrich die preußische Armee im Ersten Schlesischen Krieg und nahm dabei als Adjutant an der Schlacht bei Chotusitz teil. Diese Schlacht führte unmittelbar zum Frieden von Breslau, der den ersten Schlesischen Krieg auf eine für Preußen so vorteilhafte Weise bendete.

Ab Mai 1744 erhielt er schließlich Erlaubnis sein Regiment persönlich zu exerzieren. Im Zweiten Schlesischen Krieg geriet er bei Tábor fast in Gefangenschaft. Anschließend bewährte er sich in der Schlacht bei Hohenfriedeberg. Am 15.Juli 1745 zum Generalmajor befördert, zeichnete er sich durch ein erfolgreiches Rückzugsgefecht bei Trautenau aus. Als er danach an den Pocken erkrankte, musste er die Armee vorzeitig verlassen.Im Siebenjährigen Krieg (1756) kommandierte Heinrich eine Brigade beim Einmarsch in Sachsen.

Am 16. Februar 1757 wurde er zum Generalleutnant befördert. In der Schlacht bei Prag konnte er am rechten Flügel die gegnerische Stellung umgehen so entscheidend zum Sieg beitragen. Dafür wurde er von Offizieren und Soldaten gleichermaßen bewundert. Nach der Niederlage bei Kolin führte er mit Feldmarschall James Keith den Rückzug nach Sachsen und zeichnete sich im Gefecht bei Leitmeritz aus. In der folgenden Schlacht bei Roßbach befehligte Heinrich den rechten Flügel, der die kriegsentscheidende Attacke führte. Eine Verwundung zwang ihn dann bis zum Frühjahr 1758 in Leipzig zu bleiben.

Prinz Heinrich 1745

Prinz Heinrich 1769

Nach seiner raschen Genesung führte Prinz Heinrich in unabhängiges Kommando in Sachsen, wo er die Elb-Linie durch einen Manöverkrieg gegen die Franzosen und die Reichsarmee hielt. Dabei eroberte er das Herzogtum Braunschweig zurück. Im Jahre 1759 operierte er offensiv gegen die Reichsarmee und drang bis zum Main vor. Nach der Schlacht bei Kunersdorf war Friedrich II. einige Zeit nicht mehr in der Lage die Armee zu befehligen, woraufhin Prinz Heinrich zum Oberkommandierenden der gesamten preußischen Truppen aufstieg.

In dieser Funktion zeigte er sich sehr aktiv, drängte die französische Armee nach Bautzen zurück, schlug am 25.September ein österreichisches Korps bei Hoyerswerda und ein weiteres am 29.Oktober bei Pretzsch. Im Jahre 1760 wurde er Befehlshaber in Schlesien, wo er Breslau entsetzte und erfolgreich die Vereinigung der Russen und Österreicher verhinderte. Er operierte auch in den folgenden Jahren überaus erfolgreich und konnte am 29.Oktober 1762 in der Schlacht bei Freiberg die letzte Schlacht des Krieges für sich entscheiden. Prinz Heinrich entschied sich zur Schlacht, um die Reichsarmee aus Sachsen zu vertreiben.

In der Nacht vom 28. zum 29. Oktober rückten die Preußen in vier Abteilungen gegen den Feind vor, der ein befestigtes Lager errichtet hatte. General von Belling führte den ersten Angriff, bei dem er eine Anhöhe nehmen konnte. Dort konnte eine Batterie aufgefahren werden, um den rechten feindlichen Flügel zu beschießen. Nun rückte die preußische Avantgarde über Wegefurt und Oberschöna vor. Sie vertrieb dort aufgestellte Husaren, um sich dann gegen die linke Flanke der Reichsarmee zu wenden.

Die Reichsarmee entzog sich nicht dieser Umgehung, sondern führte nur ein Artilleriegefecht. Die preußische Infanterie nahm mittlerweile die Zugänge zur feindlichen Stellung. Eine Attacke der preußischen Kavallerie unter General von Seydlitz warf schließlich die Infanterie der Reichsarmee. Nach zwei Stunden war die Schlacht bereits beendet, obwohl sie von beiden Seiten hartnäckig geführt wurde. Die Reichsarmee musste sich zurückziehen. Auch im Bayrischen Erbfolgekrieg kommandierte Prinz Heinrich 1778 eine Armee, blieb aber weitestgehend untätig, was zum Bruch mit seinem Bruder Friedrich II. führte.

Als General war er stets umsichtiger und vorsichtiger als Friedrich II. dem er vorwarf, dass seine gesamte Kriegskunst daraus bestünde Schlachten zu schlagen. Deshalb waren die Feldzüge des Prinzen eher von defensiver Natur, kosten dabei aber weit weniger Menschenleben, als die eher offensiven Unternehmungen seines Bruders.

Prinz Heinrich 1792